Von San Simeon nach San Francisco auf dem Pacific Coast Highway

Highway 1 - Der ganz normale Ausblick

Tag 2 auf dem Pacific Coast Highway. Nach der Nacht in San Simeon, beginnt der nächste Morgen mit…Nebel. Aber so ist das nunmal. An der US-Westküste, wo kühle Meeresluft und warme Luft aus dem Inland aufeinandertreffen, ist das vor allem in den Morgenstunden kein allzu seltenes Phänomen. Außerdem sprechen wir heir immer noch von Kalifornien. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Sonne irgendwann zum Vorschein kommt, ist immer ziemlich hoch. Es lohnt sich also früh aufzustehen und ausgiebig zu frühstücken, um dann im Sonnenschein die Küste entlang zu fahren! Heute geht es also auf dem Pacific Coast Highway in Richtung Big Sur und letztendlich nach San Francisco. Also rein mit dem passenden Soundtrack und ab auf die Straße! Meine Empfehlung: Red Hot Chili Peppers – Stadium Arcadium.

Weiter gehts auf dem Pacific Coast Highway

Ungefähr 10 Minuten von San Simeon entfernt liegt der Elephant Seal Vista Point. Direkt am Highway hat sich dort eine Herde Seeelefanten niedergelassen, die du aus der Nähe beobachten und sogar riechen (!) kannst. Auf dem großen Parkplatz könntest du eigentlich problemlos so weit vorfahren, dass du die Tiere vom Auto aus beobachten kannst. Allerdings würdest du dann den ganz eigenen “Duft” und die merkwürdigen Geräusche dieser fast “majestätischen” Lebewesen verpassen. Glaub mir, das willst du dir nicht entgehen lassen. Hier mal ein kleiner Eindruck davon.

Erkennst du dich wieder, wie du im Urlaub am Strand liegst und vor dich hin grunzst? Dann gib dich doch bitte mit einem Kommentar zu erkennen 😀 Für diejenigen, die sich gerne eingehender mit Seeelefanten beschäftigen wollen, stehen die sogenannten Friends of the Elephant Seal parat. Gegen eine kleine Spende teilen sie gerne ihr Wissen und selbst das ein oder andere Souvenir kann man vor Ort kaufen. Am Elephant Seal Vista Point kannst du jedenfalls gut eine Pause einlegen, wenn du vorher eine Weile im Auto gesessen hast und dir etwas die Füße vertreten willst. Je nach Wetter und Windrichtung ist der Aussichtspunkt auch eine willkommene Gelegenheit für ein Picknick.

Wenn ein Aussichtspunkt schöner ist als der andere

Die Fahrt auf dem Pacific Coast Highway kennt eigentlich nur eine Blickrichtung: Immer gen Ozean. Das Blau des Pazifiks verschmilzt mit dem Himmel am Horizont zu einer großen, blauen Leinwand für den eigenen Roadmovie. Aber Achtung: Die Aussicht zieht deinen Blick wahrscheinlich auch so sehr an, dass dir beim Autofahren noch mehr Konzentration als üblich abverlangt wird. Nicht umsonst solltest du dir vor allem für Big Sur und den nördlichen Abschnitt des Pacific Coast Highways viel Zeit nehmen. Bestenfalls mit ein paar Übernachtungen in einer der Unterkünfte unmittelbar an der Küste. Zu viele der sehenswerten Buchten, Wanderwege und Aussichtspunkte könntest du sonst verpassen. Jeder Stopp entlang der Küste ermöglicht nämlich einen meist noch eindrucksvolleren Ausblick über diese faszinierende Landschaft.

Einer der vielen Aussichtspunkte entlang des Pacific Coast Highways
Einer der vielen Aussichtspunkte entlang des Pacific Coast Highways

Ragged Point, Salmon Creek Falls & Jade Cove

Etwas weiter nördlich vom Elephant Seal Vista Point gibt es auf dem Pacific Coast Highway weitere Zwischenstopps, die eine tolle Aussicht versprechen. Dort kannst du unter anderem kurzen Wanderwegen folgen, die zu einsamen Stränden oder abgelegenen Wasserfällen führen. Für einen Ausblick über den Pazifik und auf die Ausläufer der kalifornischen Küste empfiehlt es sich bei Ragged Point anzuhalten. Bei gutem Wetter wird der Aussichtspunkt neben Touristen auch gerne von Hochzeitsgesellschaften heimgesucht, was bei der Kulisse aber absolut nachvollziehbar ist.

Ragged Point am Pacific Coast Highway
Ragged Point – © Nancy Washwell

Wenn du von dem Panorama nicht genug bekommen kannst, dann verbring am besten direkt eine Nacht im Ragged Point Inn. Bestenfalls natürlich mit Meerblick. Je nach Saison kann es helfen, wenn du vorher eine Bank überfällst. Alternativ hilft es schon, einfach reich zu sein. Keine 10 Minuten vom Hotel entfernt kannst du dir nach einer kurzen Wanderung noch die Salmon Creek Falls im Los Padres National Forest angucken, bevor die Reise weiter nordwärts geht. Um auf eigene Faust Urlaubsmitbringsel in Form von Jadesteinen zu suchen, fährst du anschließend weiter bis zur Jade Cove. Ein kurzer Wanderweg dient als Zugang zu der kleinen Bucht. Mit etwas Glück entdeckst du beim Spazieren am Strand einen der grünlich schimmernden Steine und kannst diesen als Andenken mitnehmen.

Big Sur

Der landschaftlich schönste Abschnitt liegt ohne Zweifel bei Big Sur und dem dazugehörigen Pfeiffer Big Sur State Park. Schon das bloße Entlangfahren hat mich immer wieder sprachlos gemacht. Spätestens wenn du selber in Big Sur angekommen bist, verstehst du, warum die Fahrt meist wesentlich länger dauert als geplant. Jeder Parkplatz und jede noch so kleine Haltebucht zwingt einen schon fast zum Anhalten, damit man ja nichts von der Aussicht verpasst. Und ist man einmal angekommen, fällt es umso schwerer, wieder weiterzufahren.

Küste von Big Sur am Pacific Coast Highway
Küste von Big Sur

Eine Kehrseite der Urlaubsmedaille gibt es leider trotzdem. Gerade im Hochsommer führt der Touristenandrang häufig dazu, dass sich lange Warteschlangen an Parkplätzen oder sogar am Seitenstreifen bilden. Das kann manchmal durchaus gefährlich werden, da unachtsame Fußgänger in Flipflops über den Highway (!) rennen. Generell solltest du bei den Hotspots entlang der Küste eher vorsichtig fahren, weil Vorderleute gerne ohne erkennbaren Grund anfangen zu bremsen. Manch anderer beschleunigt auch einfach zu langsam aus irgendeiner Parklücke heraus. Oft genug sieht man Überbleibsel schwerer Unfälle, die aus solch einer Situation resultieren und sowas braucht nun wirklich niemand.

McWay Cove

Einer der (leider oft überrannten) Hotspots ist die McWay Cove. In der Bucht, die aussieht wie gemalt, fällt der McWay Wasserfall am McWay Beach auf den Sandstrand. Schonmal im Lexikon nach “Idylle” gesucht? Bitte schön.

McWay Falls bei Big Sur - © Lloydville
McWay Falls bei Big Sur – © Lloydville

Wer will an so einem Ort nicht einfach den ganzen Tag in der Sonne liegen und dem Meeresrauschen zuhören? Hartgesottene versuchen es sogar mit Schwimmen, aber selbst an richtig heißen Tag verzichte ich dankend auf das kalte Wasser des Pazifiks.

Etwas weiter bei der Partington Cove ist der Besucherandrang schon gemäßigter. Hier folgt man einem Wanderweg durch einen Wald, über eine Holzbrücke und durch einen Tunnel, um ebenfalls zu einer kleinen, ruhigen Bucht zu gelangen. Übrigens solltest du unbedingt bei Nepenthe einen Zwischenstopp einlegen. Die Terrasse mit Meerblick ist zu spektakulär, um daran vorbeizufahren. Hinterher biegst du vom Pacific Coast Highway auf die Sycamore Canyon Road ab, um den Pfeiffer Beach samt Keyhole Arch am Ende der Straße zu erreichen. Was schon tagsüber schön anzusehen ist, wird dann vor allem beim Sonnenuntergang umso spektakulärer. Erst recht dann, wenn die Sonne genau durch das Loch im Fels hindurchscheint.

Keyhole Arch am Pfeiffer Beach - © carlocnv
Keyhole Arch am Pfeiffer Beach – © carlocnv

Carmel

Über die Bixby Bridge (bekannt aus Film und Fernsehen) geht die Fahrt weiter Richtung Carmel, Monterey und Santa Cruz. Clint Eastwood-Fans werden sich dabei bestimmt nicht die Gelegenheit entgehen lassen und seinem Mission Ranch Hotel  in Carmel einen Besuch abstatten. Gelegentlich soll man die Hollywood-Legende und ehemaligen Bürgermeister von Carmel dort sogar antreffen.

Monterey

Monterey hingegen war in der Vergangenheit bekannt durch die örtliche Fischindustrie. Speziell in der Cannery Row im Herzen der Stadt ist das noch heute gut erkennbar. Am Pier gibt es diverse Restaurants, wo du dich beim Blick aufs Meer stärken kannst. Hat hier jemand etwa Bubba Gump gesagt?! Solltest du die Nacht in Monterey verbringen wollen, dann schau mal im Intercontinental The Clement Monterey vorbei. Manchmal gibt es tatsächlich bezahlbare Zimmer. Vorzugsweise mit Kamin und Meerblick. Es lohnt sich! Vielleicht helfen dir auch meine Rabattcodes für Buchungen bei booking.com weiter. Vor der Weiterreise könntest du dir überlegen, ob du nicht mit einem der Whale Watching-Anbieter in die Bucht hinausfährst. Mit etwas Glück siehst du neben Walen auch noch den eigenartig aussehenden Mola Mola bzw. Mondfisch, der ebenfalls in den Gewässern vorkommt. Um sich thematisch schonmal auf die Bootsfahrt einzustimmen, schadet ein Besuch im Monterey Bay Aquarium nicht.

Seelöwen im Hafen von Monterey
Seelöwen im Hafen von Monterey
Mondfisch in der Bucht von Monterey
Mondfisch in der Bucht von Monterey
Pinguine im Monterey Bay Aquarium
Pinguine im Monterey Bay Aquarium

Santa Cruz

Ein Teil der Etappe führt auch durch das Surferparadies Santa Cruz. Dort sind die Menschen überaus entspannt und man verbringt die meiste Zeit am Strand oder auf dem Surfboard im Wasser. Lass dir das bunte Treiben auf der Kirmes am Boardwalk nicht entgehen. Zu guter Letzt kannst du den Tag in aller Ruhe beim Sonnenuntergang am Strand ausklingen lassen.

Der letzte Stopp vor San Francisco liegt diesmal bei Greyhound Rock. Bisher verirren sich eher wenige Touristen dorthin und mit etwas Glück hast du den Strand fast ganz für dich allein. Für den kurzen, aber teilweise recht steilen Weg vom Parkplatz runter zum Strand ist übrigens festes Schuhwerk ratsam. Und wenn du beim Weg nach unten schon den Rückweg fürchtest: Es lohnt sich. Von Greyhound Rock bis nach San Francisco sind es dann nur noch eineinhalb Stunden Fahrt. Wenn der Verkehr einigermaßen mitspielt.

Greyhound Rock am Pacific Coast Highway
Greyhound Rock
Bucht beim Greyhound Rock am Pacific Coast Highway
Bucht beim Greyhound Rock
Aussicht vom Greyhound Rock am Pacific Coast Highway
Aussicht vom Greyhound Rock

Kurze Reise, bleibende Eindrücke

Auch wenn die 2 Tage auf dem Pacific Coast Highway relativ kurz waren, sind die Eindrücke dennoch enorm. Das schöne an dieser Strecke ist, dass es immer wieder etwas Neues zu sehen gibt. Und selbst die bereits bekannten Ausblicke und Orte sind nach wie vor fesselnd. Und wenn am Ende sogar noch die einzigartige Stadt der Hügel, der steilen Straßen und der viktorianischen Häuser auf einen wartet, kann man sich nur glücklich schätzen. Wie schön es doch immer wieder ist, auf diesem Weg nach San Francisco zurückzukehren! 🙂

Die Golden Gate Bridge in San Francisco
Die Golden Gate Bridge in San Francisco

Kommentare

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