Wellington

Ausblick vom Mount Victoria

Nach ein paar schönen Tagen in Auckland, Tauranga, Rotorua und bei Cathedral Cove fehlte noch ein Abstecher nach Wellington, um die zweiwöchige Rückkehr nach Neuseeland abzurunden. Natürlich gibt es allein auf der Nordinsel noch unzählige weitere Highlights zu entdecken, aber leider sind 2 Wochen in Neuseeland eine relativ kurze Zeit. Vor allem dann, wenn man Familie besucht. Also gab es diesmal keinen Road Trip und stattdessen einen kurzen Flug mit Air New Zealand.

Windy Welly

Auf dem Weg in die neuseeländische Hauptstadt erblickst du übrigens mit etwas Glück den Mount Taranaki. Etwas einsam steht er schon da, der erloschene Vulkan. Vielleicht ist der Anblick aber auch deshalb so eindrucksvoll, weil er so unvermittelt in der Landschaft auftaucht.

Mount Taranaki von oben auf dem Weg nach Wellington
Mount Taranaki von oben

Beim Landeanflug wird dir unter Umständen das erste Mal bewusst, warum Wellington auch „Windy Welly“ genannt wird. Generell weht die meiste Zeit ein frischer Wind durch die Stadt, den die Einwohner grob in Nord- und Südwind einordnen. Wind aus nördlicher Richtung gilt gemeinhin als recht harmlos. Kommt er allerdings aus dem Süden, kann es sein, dass der Ursprung in der Antarktis liegt und es deswegen empfindlich kalt wird. Und weil der Flughafen in Wellington direkt am Meer liegt und die Windrichtungen gerne und plötzlich wechseln, ist der Landeanflug manchmal eine wackelige Angelegenheit. Deshalb muss so mancher Passagier nach der Landung auch erstmal tief durchpusten.

Was du in Wellington machen kannst

Auch wenn Wellington selbst im Sommer nicht mit allzu sommerlichen Temperaturen lockt, verbringt man die sonnigen Tage dennoch am besten im Freien. Gerade die zahlreichen Küstenabschnitte in der Umgebung sind super für Spaziergänge oder Ausflüge mit einem Kajak. Wenn du möchtest, gehst du mit ortskundigen Wellingtoniern auf die Jagd nach Abalonen, oder auch Paua genannt. Allerdings handelt es sich dabei nicht wirklich um eine Jagd, denn Abalonen sind lediglich Muscheln. Dafür sind sie aber eine absolute Delikatesse! Wenn du jedoch kein Fan von Seafood bist, kannst du zumindest die zunächst unscheinbaren Schalen sammeln. Nach der Reinigung und einer ordentlichen Politur hast du nämlich ein sehenswertes Erinnerungsstück für zu Hause.

Geputzte und Polierte Abalone/Paua
Polierte Abalone/Paua

Wellington

Bei einem Spaziergang am Strand kann es durchaus passieren, dass dir Robben, Seelöwen oder gar Pinguine über den Weg laufen. Vor allem an der Südspitze, bei den Red Rocks, stehen die Chancen ziemlich gut, dass du ein paar Tiere zu sehen bekommst. Bei gutem Wetter siehst du sogar die nördliche Spitze der Südinsel. An dieser Stelle noch ein kleiner Tipp für den Fall, dass du mal auf einen der wilden Meeressäuger triffst. NIEMALS den Weg zwischen einem Seelöwen und dem Wasser blockieren! Eine Begegnung in Tauranga hat mich gelehrt, dass sie aus der Entfernung zwar schön anzusehen sind. Sobald sie sich aber grunzend und mit lautem Getöse auf einen zubewegen, ist es mit der Herrlichkeit schnell vorbei. Und sie stinken unheimlich fischig.

Die Red Rocks an der Südspitze der Nordinsel
Die Red Rocks im Süden von Wellington

Der Herr der Ringe-Touren & die Weta Studios

Der ein oder andere kennt sicherlich die Herr der Ringe-Filme. Diese schöne Landschaftsdokumentationen, wo leider hin und wieder jemand durchs Bild reitet und der Opa mit dem Stock Zauberkräfte hat. Fans der Reihe sollten es sich nicht nehmen lassen und das eigens für die Filme gebaute Hobbiton in der Nähe von Matamata besuchen. Aber auch in Wellington gibt es einige Herr der Ringe-Drehorte, die man entweder selber oder im Rahmen einer geführten Tour besuchen kann. Und schon bei der Ankunft am Flughafen kann es passieren, dass du unmittelbar in das Reich von Mittelerde eintauchst.

Gollum aus Der Herr der Ringe am Flughafen von Wellington
Gollum am Flughafen von Wellington
Gandalf mit Adlern im Flughafen von Wellington
Gandalf mit Adlern

Für die volle Herr der Ringe-Erfahrung empfiehlt sich ein Ausflug in den Stadtteil Miramar. Dort stehen nämlich Peter Jacksons Filmstudios, die auch für die Ausstellungen am Flughafen verantwortlich sind. In den sogenannten Weta Studios bzw. im Weta Cave bekommst du dann Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen von Blockbustern wie Der Herr der Ringe, Der Hobbit und auch Avatar. Hinzu kommt eine Ausstellung und eine Menge Filmrequisiten. Wenn du Fan bist und gerne sammelst, kannst du sogar ein paar der teils seltenen Nachbildungen kaufen.

Wellington Botanic Garden

Oberhalb des Central Business District liegt der Wellington Botanic Garden. Nicht nur der grandiose Ausblick über die Bucht oder das bunte Blumenmeer im Rosengarten locken jährlich Scharen von Besuchern an. Vor allem die kurze Fahrt mit dem Wellington Cable Car vom Stadtzentrum aus ist ein kleines Erlebnis. Eine feine Alternative im Gegensatz zu dem Gewaltmarsch durch die manchmal sehr steilen Gassen auf dem Weg nach oben. Nur die etwas versteckte Haltestelle auf der Straße “Lambton Quay” musst du dazu erstmal finden. Orientier dich am besten an dem Countdown Supermarkt und dem Flight Centre. Dazwischen liegt eine Gasse, die dich dann zur Bahn führt.

Botanischer Garten in Wellington
Der botanische Garten in Wellington
Wellington Cable Car
Cable Car auf dem Weg zum botanischen Garten

Te Papa Tongarewa Museum

Das Nationalmuseum Te Papa Tongarewa gehört zu einem meiner Lieblingsorte in Wellington. Hier kann man Stunden damit verbringen, die Geschichte Neuseelands kennenzulernen. Von der Entstehung der Landmasse über die Besiedelung durch die Maori bis hin zur Moderne wird die recht junge Geschichte des Landes gezeigt.

Das Te Papa Museum
Te Papa Museum

Besonders beeindruckend ist auch der 10 Meter lange Riesenkalmar, der Fischern in der Antarktis ins Netz gegangen ist und nun im Museum ausgestellt wird. Auch ein vollständiger Marae der Maori ist Teil der Sammlung und darf sogar betreten werden. Im Souvenirshop gibt es neben Postkarten und Büchern noch kunstvollen Jadeschmuck mit Maori-Symbolen zu kaufen.

Marae im Te Papa Museum
Marae der Maori im Te Papa Museum

Das Museum liegt übrigens direkt am Meer und der Blick von der Außenterrasse über die Bucht ist klasse. In Richtung Innenstadt gibt es eine Promenade mit guten Cafés und Restaurants. Dort joggen die Wellingtonier gerne oder verbringen ihre Mittagspause bei einer frischen Meeresbrise. Wenn dir auch mal nach einer Pause ist, dann schnapp dir einen kleinen Imbiss und erfreu dich auch an der schönen Aussicht.

Blick auf die Bucht und den Yachthafen von Wellington
Blick auf die Bucht und den Yachthafen
Hafenpromenade beim Te Papa Museum
Hafenpromenade in der Nähe vom Te Papa Museum
Downtown Wellington
Blick auf Downtown Wellington

Was gibt es zu essen? Einmal alles

In Wellington kann man übrigens auch ausgezeichnet essen! Die Einflüsse aus Übersee sind nämlich groß und die Vielfalt ist es dementsprechend auch. Eine gute Quelle, um sich einmal durch das kulinarische Angebot durchzuprobieren, ist der Capital Market. Food Courts wie dieser kommen mir immer sehr gelegen, weil es meist ein gute und große Auswahl an Essen gibt.

Der Capital Food Market in Wellington
Der Capital Market in Wellington

Bei Reisen nach Neuseeland ist einer meiner Favoriten immer das Steamed Pork Bun. Ein gedämpftes Brötchen mit einer Füllung aus mariniertem Schweinefleisch. Der asiatische Klassiker sieht zwar unscheinbar aus, schmeckt dafür umso besser. Butter Chicken aus der indischen Küche lasse ich mir auch nie entgehen. Zu guter Letzt noch Popcorn Chicken. Frittiertes Huhn in einer leicht scharfen Orangen-Zucker-Marinade und mit Sesam bestreut. Ein perfekter Mittag!

Steamed Pork Buns
Gedämpfte Brötchen gefüllt mit Schweinefleisch
Butter Chicken mit Naan und Reis
Butter Chicken mit Naan-Brot und Reis
Popcorn Chicken
Scharfes Popcorn Chicken

Als Nachtisch noch ein Pastrami-Sandwich

Wer viel durch die Stadt läuft, darf auch viel essen. Ein Abstecher auf Wellingtons Cuba Street mit den vielen Geschäften und Cafés darf dabei nicht fehlen. Über Lambton Quayund den Civic Square ging es letztendlich zu Five Boroughs, das, wie der Name schon vermuten lässt, klassischen New Yorker Delis nachempfunden wurde. Und was gibt es da traditionellerweise? Pastrami Sandwiches! Ein Gericht, das vor allem bei Katz’s in New York perfektioniert wurde. Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht.

Pastrami Sandwich
Pastrami Sandwich von Five Boroughs
Sehr leckeres Pastrami Sandwich von Five Boroughs
Sehr leckeres Pastrami Sandwich
Knusprige Onion Rings
Knusprige Onion Rings gab es auch noch dazu

Mit einer Fahrt zum Mount Victoria, von wo aus man einen wunderbaren Blick über Wellington hat, endete mit dem Sonnenuntergang auch so langsam die Rückkehr nach Neuseeland.

Blick auf den Sonnenuntergang vom Mount Victoria
Blick vom Mount Victoria auf den Sonnenuntergang

Man kann nie genug Zeit für Neuseeland haben

Auch in Wellington habe ich mich gefühlt, als wäre ich wieder zu Hause. Als würde ich hierher passen. Leider war die Zeit einfach viel zu kurz. Grundsätzlich scheint es so, dass es egal ist, wieviel Zeit man in Neuseeland verbringt. Irgendwie reicht sie nie aus. Was aber ein guter Grund ist, um wiederzukommen. Ich habe mir auch fest versprochen, dass es nicht nochmal 6 Jahre bis zu einem Wiedersehen dauert. Und obwohl die Rückkehr von kurzer Dauer war, bin ich sehr froh, dass sie überhaupt möglich war. Außerdem war der Abschiedsschmerz mit den bevorstehenden 10 Tagen an der US-Westküste halbwegs erträglich. Zu guter Letzt stand dann ja noch der Rückflug aus den USA in der Lufthansa First Class an. Nächstes Ziel also: Kalifornien!

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