Wüstensafari in Abu Dhabi

Sonnenuntergang während der Wüstensafari in Abu Dhabi

Nach der zweistündigen Besichtigung der Scheich-Zayid-Moschee ging es erstmal zurück ins Hotel. Im Anschluss an eine kurze Pause wartete aber schon der nächste Programmpunkt: Eine Wüstensafari samt Besuch eines Beduinencamps mit Abu Dhabi Desert Safari. Beim Warten in der Hotellobby musste ich feststellen, dass ein deutsches Ehepaar samt Kleinkind ebenfalls mit von der Partie war. Welch Glück. Trotzdem war die Vorfreude groß und mit unseren Fahrern machten wir uns kurzerhand auf den Weg in Richtung Wüste. Weil vor der eigentlichen Safari noch etwas Zeit war, führte uns der erste Teil der Tour zum Yas Marina Circuit. Dort wird jedes Jahr im Rahmen der Formel 1 der Große Preis von Abu Dhabi ausgetragen. Nach einem kurzen Blick auf die Strecke, setzten wir die Fahrt zu unserem ersten planmäßigen Stopp fort.

Erster Halt: Eine Kamelfarm 

Zunächst fuhren wir über asphaltierte Straßen, bis der Fahrer relativ spontan entschied, gen Wüste abzubiegen. Nachdem wir die Straße verlassen hatten, hielten wir an, damit etwas Luft aus den Reifen gelassen werden konnte. Dadurch wird die Oberfläche der Reifen vergrößert, um den Wagen auf dem Sand manövrieren zu können. Als genug Luft aus den Reifen war, bekamen wir eine erste Kostprobe von der eigentlichen Safari. Mit 100 km/h fuhren wir auf einer moderat buckligen Piste, die uns schon ordentlich durchschüttelte. Allmählich tauchte auch das erste Lächeln in ein paar Gesichtern auf. Am Ende dieser rasanten Einführung machten wir noch Bekanntschaft mit den Kamelen der bereits erwähnten Farm. Ein bisschen Kamele streicheln hier, ein Selfie da und sehr viel mehr gab es auch gar nicht zu tun.

Kamelfarm in der Wüste von Abu Dhabi
Kamelfarm in der Wüste
Kamele auf der Kamelfarm in der Wüste
Kamele auf der Kamelfarm
Kamele auf der Kamelfarm aus der Nähe
Kamele aus der Nähe

Achterbahn mal anders

Im Anschluss an den Besuch der Kamelfarm begann die eigentliche Wüstensafari. Es dauerte auch nicht lang, bis wir uns mitten in der Wüste befanden. Um uns herum gab es nur noch heißen, schon fast rötlich leuchtenden Sand. Und ehe wir uns versahen, wurde es abenteuerlich. Auf den ersten beiden Dünen hatten wir noch Zeit, um uns an die bevorstehende Achterbahnfahrt zu gewöhnen. Relativ gemächlich rutschte der Jeep dabei über den Sand und von einer Düne zur nächsten. Doch danach prügelte der Fahrer den Wagen kreuz und quer durch die Wüste. Beim Betrachten der vorausfahrenden Fahrzeuge hatte man nicht das Gefühl, dass es dort allzu wild zuging. Als wir aber selber die Dünen heruntergerast sind und in den steilen Sandkurven in die Sitze gepresst wurden, wussten wir, was Sache war. Ständig stieß man sich irgendwo im Auto, selbst wenn man die Strecke immer im Auge behielt. Gut, dass das Wageninnere ausreichend gepolstert war.

Nicht jeder Magen ist für eine Wüstensafari geeignet

Gegen einen schwachen Magen hilft aber auch alle Polsterung nichts. So entschied sich eine Passagierin noch während der ersten Runde des Dünen-Bashings dazu, das ein oder andere “Bäuerchen” zu machen. Da der sich ausbreitende Geruch keine unmittelbare Wohlfühlatmosphäre schuf, legten wir unerwartet früh die erste Pause ein. Eine gute Gelegenheit, um die spektakuläre Weite der Wüste sowie die verschiedenen Lichter und Farben zu bestaunen. Aber auch während der nächsten Runde nahm der Fahrer keine Rücksicht auf die gute Frau. Wahrscheinlich aus Protest entschied sie sich deshalb, bis zum Ende der Safari alles aus sich herauszuholen. Auf der einen Seite unschön für sie und alle Beteiligten. Andererseits auch reichlich clever, weil sie so Platz für das üppige Abendessen im Beduinencamp schaffen konnte.

Einsamer Baum in der Wüste Abu Dhabis
Einsamer Baum in der Wüste
Pause in der Wüste Abu Dhabis
Pause in der Wüste

Ankunft im Beduinencamp

Eine Stunde vor dem Sonnenuntergang erreichten wir das Beduinencamp in der Wüste. Bis zum Fastenbrechen, dem Iftar, konnte man sich die Zeit mit Quadfahren, Kamelreiten, Dünensurfen oder einfach nur mit einem Spaziergang in den Dünen vertreiben. Als erstes versuchte ich mich im Dünensurfen, aber scheinbar waren die Dünen für mein Gewicht nicht gemacht. So endete ich eher als Dünen-U-Bahn, da ich die meiste Zeit unter der Sandoberfläche feststeckte. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich von den wesentlich eleganteren Kamelen dem Sonnenuntergang entgegen tragen zu lassen. Die letzten Minuten verbrachte ich mit einem entspannten Todesmarsch hinauf auf eine der größeren Dünen, um das eindrucksvolle Panorama bestmöglich einfangen zu können. Eine Anstrengung, die sich aber vollends gelohnt hat.

Kamelreiten zum Sonnenuntergang
Ritt auf einem Kamel in den Sonnenuntergang
Auf der Suche nach WLAN in der Wüste
Auf der Suche nach WLAN
Sonnenuntergang in der Wüste Abu Dhabis
Sonnenuntergang in der Wüste

Traditionelles Fastenbrechen

Die letzte Aufgabe des Tages bestand darin, an dem traditionellen Fastenbrechen teilzunehmen, das während des Ramadan nach dem Sonnenuntergang gefeiert wird. Dazu versammelten sich die Teilnehmer verschiedener Wüstensafaris im Beduinencamp. Auf Teppichen und großen Kissen nahm man zusammen Platz, um das sogenannte Iftar zu feiern. Nach dem Sonnenuntergang warteten alle auf das Gebet, das den Zeitpunkt des Fastenbrechens festlegte. Üblicherweise isst man zunächst ein paar Datteln und trinkt dazu etwas Wasser. Anschließend durfte sich jeder an dem reichhaltigen Buffet bedienen. Natürlich gab es auch hier wieder Hummus ohne Ende, dazu Safran-Reis, Shawarma mit unterschiedlichen Fleischsorten, frisches Gemüse und Obst (hab ich zumindest von gehört) und allerhand süße Nachspeisen. Aber auch an die weniger experimentierfreudigen Reisenden wurde gedacht und so gab es auch Pommes oder verschiedene Nudelgerichte. 

Beduinencamp in der Wüste Abu Dhabis
Beduinencamp in der Wüste

Entspannter Ausklang nach einem erlebnisreichen Tag

Im Anschluss an das ausgiebige Abendessen konnte man sich die Zeit entweder mit Shisha-Rauchen, Henna-Tätowierungen oder der Jagd nach kleinen Souvenirs vertreiben. Wer Lust hatte, posierte in traditionell arabischen Kleidern für ein Erinnerungsphoto. Die meisten Safari-Teilnehmer lagen jedoch auf den Teppichen und ließen es sich nicht nehmen, den Sternenhimmel über der Wüste zu bestaunen. Ohne die gewohnte Lichtverschmutzung der Großstadt hatte man hier nämlich einen nahezu perfekten Blick. Am Ende der Wüstensafari machten sich die Fahrzeuge auf den Rückweg nach Abu Dhabi. Viel wurde während der Fahrt nicht mehr geredet, da wir vom vielen Essen einfach zu müde waren. So blieb es angenehm ruhig und vor allem speifrei. Am Hoteleingang wurden wir freundlich von unseren Fahrern verabschiedet und jeder ging seinen Weg. Jetzt hieß es nur noch Koffer packen für den nächsten Tag, denn da stand auch schon der Rückflug nach Deutschland an.

Fazit nach einer Woche Abu Dhabi

Ehrlich gesagt, habe ich mich selten so erholt gefühlt. Bisher habe ich mir im Urlaub aber auch nie wirklich die Zeit genommen, um nahezu nichts zu tun. Was ich außerdem bemerkt habe: Dauerhaft bin ich gar nicht der Typ dafür. Viel lieber verbringe ich Zeit in anderen Ländern und Städten und sehe mir alles zu Fuß aus der Nähe an. Auch ein Roadtrip entspricht eher meiner Vorstellung vom Reisen. Ständig ist man in Bewegung und in kürzester Zeit bekommt man neue Eindrücke. Aber eine willkommene Ausnahme war der Trip in die Emirate allemal. Auch diesmal gab es interessante Dinge zu sehen und zu erleben. Letztendlich geht es doch genau darum, Neues zu entdecken und seine Zeit mit den dazugehörigen Erfahrungen zu bereichern.

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